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Strikt und wirkungsvoll: aktionstheater ensemble zur politischen Lage in Österreich

Strikt und wirkungsvoll: aktionstheater ensemble zur politischen Lage in Österreich

„All about me“ wurde Mitte Mai vom aktionstheater ensemble in Bregenz uraufgeführt. Meine Rezension erhielt die Austria Presse Agentur (APA). Nun starten die Wiener Aufführungen im Werk X. Hier eine Zusammenfassung des Berichtes über dieses Hinterfragen einer Theaterarbeit, die erneut die politische Lage bzw. die demokratiegefährdenden Tendenzen in Österreich fokussiert. Und zwar konsequent, strikt, witzig, schonungslos, aber – wow – nicht resignativ.   Jenen, die das Kornmarkttheater gleich nach dem Schlussapplaus und dem Jubel für die Mitwirkenden verlassen haben, entging…

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“Oedipe” von Enescu 2025 bei den Bregenzer Festspielen

“Oedipe” von Enescu 2025 bei den Bregenzer Festspielen

Im Sommer 2025, der ersten Saison der designierten Festspielintendantin Lilli Paasikivi in Bregenz, gibt es keine neue Seebühnenproduktion. Auf dem Programm steht „Der Freischütz“, mit dem sich Elisabeth Sobotka, seit 2015 Intendantin der Bregenzer Festspiele, heuer verabschiedet.  Was ihre Nachfolgerin im kommenden Jahr im Festspielhaus vorhat, steht im Kontrast zu dieser romantischen Oper. Geplant ist eine Neuinszenierung der Oper „Oedipe“ von George Enescu.  Als Regisseur des 1936 in Paris uraufgeführten Werks, dessen Handlung auf den Tragödien von Sophokles basiert, ist…

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Oper pur: „Liebesgesang“ von Georg Friedrich Haas in Bern uraufgeführt

Oper pur: „Liebesgesang“ von Georg Friedrich Haas in Bern uraufgeführt

Wenn Georg Friedrich Haas Opern schafft, sind die Themen existenziell. Von nichts wenigerem als von Geburt und Tod handelt sein 2015 in London uraufgeführtes Werk „Morgen und Abend“, dessen österreichische Erstaufführung erst vor gut zwei Jahren in Graz stattfand. Wie bei „Melancholia“ arbeitete er für diese Oper mit dem norwegischen Schriftsteller und Dramatiker Jon Fosse zusammen. „Bluthaus“, „Thomas“ und „Koma“ entstanden in Kooperation mit dem Österreicher Händl Klaus. Diese bei den Schwetzinger Festspielen uraufgeführten Werke sind in der Hör- bzw….

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Kein Film zu sehen, aber dennoch waren sie alle da – dank der Camerata Musica Reno, Tobias Grabher und Michael Köhlmeier

Kein Film zu sehen, aber dennoch waren sie alle da – dank der Camerata Musica Reno, Tobias Grabher und Michael Köhlmeier

Glück gehabt, wer zur Ausbildung oder zum Broterwerb einige Zeit in größeren Städten weilte, konnte Meisterwerke der Filmgeschichte nicht nur im Bildschirmformat genießen, sondern auf Kinoleinwand. Auch „Sein oder Nichtsein“, eine Komödie von Ernst Lubitsch mit unzähligen Gags, tiefschwarzem Humor und tragischem Hintergrund aus dem Jahr 1942, lief in jenen Kunstkinos, in denen ich nicht nur verregnete Nachmittage verbrachte. Nicht verwunderlich, dass dies ein Lieblingsfilm des Schriftstellers Michael Köhlmeier ist. Auch Tarantinos „Es war einmal in Hollywood“ steht auf seiner…

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Martin K.’s Abschied oder “Der Menschenfeind” bei den Festspielen

Martin K.’s Abschied oder “Der Menschenfeind” bei den Festspielen

Es ist jedenfalls eine Komödie, die Martin Kusej mit Molières „Der Menschenfeind“ inszenierte. Die Produktion, mit der der Noch-Direktor des Burgtheaters seit der Premiere im November letzten Jahres den Wienern bzw. den Heuchlern und Intriganten den Spiegel vorhält, haben sich die Bregenzer Festspiele für das Osterwochenende eingekauft. Voll besetztes Parkett mit sich spiegelnden Zuschauerrängen am Samstagabend, viel Applaus für das Dickaufgetragene auch hier. Für die zugefügten, unsaubere Politik attackierenden Textpassagen. Molières Alceste stellt sich gar als Martin K. über die…

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Gut, dass “Gier” von Sarah Kane in der Fassung und Inszenierung von Bella Angora wieder in Bregenz auf dem Spielplan steht

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Aufführungen von Werken der britischen Autorin Sarah Kane (1971-1999) zählen zu jenen, die mir auch nach Hunderten von Theaterabenden gut im Gedächtnis bleiben werden. Am Intensivsten war dabei die Begegnung mit “Gesäubert” in der radikalen Inszenierung von Peter Zadek 1998 an den Kammerspielen in Hamburg. Dazu gehört aber auch „Gier“ in jener Produktion des Vorarlberger Landestheaters, die im November letzten Jahres präsentiert wurde und nun am 27., 28. und 30. März wieder in Bregenz auf dem Spielplan steht. Meinen Bericht…

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Das Ensemble dieheroldfliri.at zeigt  mit „Das Rote vom Ei“ worum es bei Debatten um die Fristenregelung oft geht – um den Erhalt männlicher Machtstrukturen

Das Ensemble dieheroldfliri.at zeigt  mit „Das Rote vom Ei“ worum es bei Debatten um die Fristenregelung oft geht – um den Erhalt männlicher Machtstrukturen

Gibt es ein gutes Bühnenprojekt zum Thema Schwangerschaftsabbruch nach zahlreichen, auch sehr guten Filmen, umfangreicher Literatur, einem Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch in Wien und beispielsweise nach dem Drama „Memmingen, ein Theaterstück“ von Bettina Fless? Ja, das gibt es, es ist notwendig, es trägt den Titel „Das Rote vom Ei“ und wurde vom Ensemble dieheroldfliri.at produziert.  Premiere war soeben im Alten Hallenbad in Feldkirch, weitere Aufführungen finden im Herbst im Kosmos Theater in Wien statt. Aufführungen an süddeutschen Orten sind…

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Schultheater Egg spielt den “Arturo Ui” von Brecht und analysiert die Aufhaltsamkeit eines Aufstiegs

Schultheater Egg spielt den “Arturo Ui” von Brecht und analysiert die Aufhaltsamkeit eines Aufstiegs

Die Verankerung der „Dreigroschenoper“ im Kanon der Dramenliteratur macht das Werk von Bert Brecht und Kurt Weill neben einigen Klassikern selbstverständlich auch für die Erarbeitung im Rahmen von Schultheaterprojekten interessant. Trotz der enormen Herausforderung, die sich dabei den Amateurschauspielern und Pädagogen stellt. Doch wie verhält es sich diesbezüglich mit dem 1941 von Brecht und Margarete Steffin im finnischen Exil verfassten und erst 1958 in Stuttgart uraufgeführten Theaterstück „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“?  Sollte man der Meinung sein, dass diese…

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Theater Kosmos widmet sich dem Fortdauern rechtsextremer  Ideologie

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Mit der Uraufführung des Stücks „Die Erwachsenen“ von Irene Diwiak konfrontiert das Bregenzer Theater Kosmos mit erschreckenden Tatsachen. Meine Rezension erhielt die Austria Presse Agentur (APA). Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte. Der Schriftstellerin Irene Diwiak, geb. 1991 in Graz, wurde vor einem Jahr für „Die Erwachsenen“ der zweite Preis bei einem jener Dramenwettbewerbe zuerkannt, die Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig als Leiter des Theaters Kosmos bereits mehrmals ausgeschrieben haben. In diesem Fall war kein Thema vorgegeben, die Ausschreibung erfolgte…

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„Die Präsidentinnen“ bei Wagabunt und Unpop: Gute Wahl, gute Besetzung

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Die Jüngeren können nun im Dornbirner TiK miterleben, welch radikale Erneuerung das Volkstheater in den frühen 1990er-Jahren durch den Grazer Autor Werner Schwab erfuhr, für die Älteren ist die Produktion mit Erinnerungen an Initiativen verbunden, die zu dieser Zeit zur lebendigen Theaterszene in Vorarlberg führten. Wenige Jahre nach der Uraufführung brachte das Projekttheater – dieses renommiert ausgezeichnete und mittlerweile legendäre Ensemble mit Dietmar Nigsch, Maria Hofstätter, Walter Hiller und später Susanne Lietzow – Schwabs Drama „Die Präsidentinnen“ in die Region….

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Ein paar Ausstellungstipps

Ein paar Ausstellungstipps

Kunsthalle Tübingen: War vor Jahrzehnten ein Hotspot. Dann wurde es ruhiger um das Haus. Die aktuelle Ausstellung „Sigmund Freud und die Kunst“ (bis 3. März) enthält unter anderem eine neue Arbeit von Raphaela Vogel. Die Künstlerin (geb. 1988 in Nürnberg) war vor Jahren im Kunsthaus Bregenz vertreten und damals überhaupt die Jüngste jener Künstlerinnen und Künstler, die das Haus seit seinem Bestehen bewältigten. Sie erzählt mit ihren Skulpturen komplexe Geschichten, denen eine kluge und auch humorvolle Auseinandersetzung mit Mythen, Selbstbestimmung…

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Die letzte Saison von Elisabeth Sobotka in Bregenz: Klar definierte Identität der Festspiele mit klugem Augenmerk auf die notwendige Dynamik

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Wer im vergangenen Sommer die Landschaft auf dem Areal der Bregenzer Seebühne und -tribüne erkundete, konnte feststellen, dass es da ein paar künstliche Bäume neben den echten gab, dass das sommerliche Ambiente von einer Art Winterszene unterbrochen war. Ich hatte im Rahmen meiner Rezensionen für die Austria Presse Agentur erwähnt, dass hier bereits die Wirkung der neuen Seebühnenoptik getestet wird. Philipp Stölzl inszeniert Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz“ und greift für das Werk in die Uferflora ein. Selbstverständlich…

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Sexismus, leise Rebellion und eine Begegnung mit der jungen Schauspielerinnengeneration bei „die teilzeitlosen“ im Theater Kosmos

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An einer Ur- und Erstaufführungsbühne, als die sich das Bregenzer Theater Kosmos definiert, sind Spielplanänderungen nichts absolut Außergewöhnliches. Für die beachtenswerte Konsequenz, mit der sich Augustin Jagg und Hubert Dragaschnig – neben nur wenigen Griffen zu Klassikern – seit beinahe drei Jahrzehnten der zeitgenössischen Theaterliteratur widmen, nimmt man in Kauf, dass das mitunter nicht mehr gilt, was man Anfang des Jahres angekündigt hat. Als zweite Produktion im Herbst wollte man im Theater Kosmos jedenfalls das Werk „Die Erwachsenen“ anbieten. Im…

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Eine Produktion, die im Gedächtnis haften bleibt: „Der Kirschgarten“ beim Theater Café Fuerte

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Haben sie den Plot aus Tschechows Drama „Der Kirschgarten“ einfach nur extrahiert oder sind sie mit der 85-minütigen Fassung des Klassikers doch noch ihrer Definition von Theater gefolgt?  Café Fuerte, so der Name des in Vorarlberg und der Ostschweiz ansässigen Ensembles von Danielle Fend-Strahm und Tobias Fend, beabsichtigt mit den Produktionen dezidiert die „Auseinandersetzung mit aktuellen ökologischen und sozialen Themen“. Meist schreibt Tobias Fend die Texte selbst, widmet sich Arbeitsbedingungen und Ausbeutung wie in „Pakete Pakete“ oder der Einsamkeit und…

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Igor Levit und  Richard Siegal – Persönlichkeiten, Menschlichkeit und eine Uraufführung in Bregenz

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Im März 2022 trat der renommierte Pianist Igor Levit mit der „Passacaglia on DSCH“ von Ronald Stevenson im Rahmen der Bregenzer Meisterkonzerte im Festspielhaus auf. Er setzte damit, wie Silvia Thurner, die ausgewiesene Expertin für Neue Musik in Vorarlberg, in der Zeitschrift „Kultur“ festhielt, einen „Markstein in der langen Rezeptionsgeschichte“ dieser Konzertreihe. Es war die erste, die Judith Reichart als Leiterin des Bregenzer Kulturservice nach der Pandemie konzipiert hatte. In kluger Abwägung einer besonderen Programmwahl hinsichtlich der Tatsache, dass Igor…

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“Die Judith von Shimoda”: In Bregenz uraufgeführt und nun in Wien zu sehen

“Die Judith von Shimoda”: In Bregenz uraufgeführt und nun in Wien zu sehen

Mit „Die Judith von Shimoda“ von Fabián Panisello setzten die Bregenzer Festspiele heuer ihre Uraufführungsserie fort. Die mit der Neuen Oper Wien realisierte Musiktheaterproduktion ließ nahezu vergessen, dass der österreichischen Erstaufführung der bearbeiteten Nachdichtung eines japanischen Schauspiels durch Bertolt Brecht und Hella Wuolijoki wegen ihrer Oberflächlichkeit einst kein Erfolg beschieden war. Ich hatte für die APA rezensiert. Ab 2. November läuft die Produktion nun in Wien. Juan Lucas hat aus der 1929 veröffentlichten, auf einer historischen Überlieferung basierenden Kernhandlung von…

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Ambitioniert: Anmerkungen zur “Giuditta”-Produktion beim Musiktheater Vorarlberg

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Selbst produzieren und dabei gerne vom gängigen Repertoire abweichen, lautete die Absicht von Nikolaus Netzer als er vor Jahren das Festival Montafoner Sommer quasi aus dem Hut zauberte. „Der Jahrmarkt“ von Anton Benda oder Glucks „Le Cinesi“ seien als Beispiele kleiner Wiederentdeckungen genannt, die er in Konzerte einbettete, mit denen er Künstlerinnen und Künstlern aus der Region Auftrittspodien verschaffte. Ohne entsprechendes Budget ließ sich die wertvolle Initiative allerdings nicht prolongieren.  Mittlerweile kennt man Nikolaus Netzer, den Dirigenten und engagierten Pädagogen,…

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Starke Saisoneröffnung im Bregenzer Theater Kosmos oder eine Begegnung mit Tschechow im Beziehungs- und Schreiblabor

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Eine schlichte Klassiker-Bearbeitung ist im Bregenzer Theater Kosmos, einer Bühne, die sich Ur- und Erstaufführungen verschrieben hat und nur selten zu Stücken aus dem literarischen Kanon abschweift, nicht zu erwarten. „möwe/retweeted“, der erstmals präsentierten Überschreibung eines Tschechow-Stücks von Sina Heiss, hat es bestätigt. Meine Kritik erhielt die Austria Presse Agentur. Hier ein Zusammenfassung mit einer paar Fakten. Bild: Theater Kosmos/Gmeiner Aufführungen im Theater Kosmos in Bregenz bis 21. Oktober

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„Atlas streikt“ in Bregenz: Gesellschaftsgestaltende oder unternehmerische Hybris bzw. eine völlig andere Kapitalismuskritik

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Mit der Uraufführung von „Atlas streikt“, einer Adaptierung des Romans „Atlas Shrugged“ von Ayn Rand, hat das Vorarlberger Landestheater die Spielzeit eröffnet. Ich habe u.a. eine Rezension für die Plattform nachtkritik.de verfasst.  In der Wahl des Stücks, in dem man grundsätzlich auch eine völlig andere Kapitalismuskritik findet, lässt sich auch ein Bezug zu Österreich erkennen. Ein Vorfall hat Intendantin Stephanie Gräve nämlich in ihrer Entscheidung bestärkt. Vor eineinhalb Jahren nahm mit Sebastian Kurz ein ehemaliger österreichischer Bundeskanzler und Vorsitzender einer…

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Wie Richard Wagner zum Philosophicum Lech kommt und welche Hoffnung  skrupellos ist

Wie Richard Wagner zum Philosophicum Lech kommt und welche Hoffnung  skrupellos ist

Mit dem „Fliegenden Holländer“ von Richard Wagner beim Philosophicum in Lech, das am 21. September offiziell eröffnet wird und bis 24. September stattfindet, konfrontiert zu werden, war nicht unbedingt zu erwarten. Am philosophisch-literarischen Vorabend, den Konrad Paul Liessmann und Michael Köhlmeier seit Jahren gestalten, erwies es sich als schlüssig. Der Mechanismus ist bekannt: Der Philosoph und wissenschaftliche Leiter der Tagung kommentiert Erzählungen und Nacherzählungen des renommierten Schriftstellers, der – wie es viele kennen – in einzigartiger Weise aus der antiken…

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Theater Mutante schafft eine inspirierende Auseinandersetzung mit dem Abnabeln und Abschiednehmen

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„Eine Meditation über das Ende der Welt“ lautet der Untertitel von „Terrarium“, dem neuen Stück des Theaters Mutante. Was der in Lochau wohnende Ensembleleiter Andreas Jähnert dieses Mal produziert hat, führt zumindest gedanklich zwar einmal ans spanische Kap Finisterre, lässt beruhigenderweise dann aber doch die Erkenntnis von Aristoteles gelten, nach der die Erde eine Kugel ohne Endpunkt ist.  Beunruhigend bleibt, dass das Leben des einzelnen Individuums nur eine kurze Zeitspanne umfasst. Zum Erwachsenwerden zählt die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit. Paradoxerweise…

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Es ist, wie es ist: “Die Wut, die bleibt”, Feminismus und eine besondere Begegnung in Salzburg

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Ich habe in den letzten 30 Jahren zahlreiche Inszenierungen von Christoph Marthaler in der Ausstattung von Anna Viebrock erlebt bzw. mir erarbeitet und kann ihre in diesem Sommer realisierte „Falstaff“-Sicht vielleicht auch deshalb nachvollziehen. Abseits der Hysterie im Opernbetrieb, die sich in Salzburg vor allem aufgrund dieser Produktion zeigte, über die man sich wohl auch deshalb ereiferte, weil Falstaff einmal nicht dickbäuchig Klischees erfüllte und man etwas Hirnschmalz aufwenden musste, um den Opernplot und die dazugedichtete Rahmenhandlung in einem Filmset…

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Opernstudio par excellence: Im Bregenzer “Werther” wird Charlotte von lästigen Konventionen befreit

Opernstudio par excellence: Im Bregenzer “Werther” wird Charlotte von lästigen Konventionen befreit

Der Titel der Oper könnte auch „Charlotte“ lauten. Die Partitur von Jules Massenets „Werther“ würde es erlauben und die Inszenierung von Jana Vetten sowieso. Selbst die Aufnahme des Werks in das kompakte Programm der Bregenzer Festspiele lässt diesen Schluss zu. Cio-Cio-San in Puccinis „Madame Butterfly“, der Opernproduktion auf dem See, ist Opfer des Patriarchats, das auch die Protagonisten in Verdis „Ernani“, der heurigen großen Produktion im großen Haus, längst etabliert haben. Unglücklich macht es sie dort alle, unglücklich macht es…

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Weit weg und doch so nah: Nibelungenspaziergang mit Theatermacherin Brigitte Walk in Hohenems

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Alte Handschriften sollte man weder einfach so verschenken, noch  billig verkaufen. Leider hatte die letzte Nachfahrin der Hohenemser Grafen keine Ahnung davon, welche Schätze sie mit den Handschriften A und C des Nibelungenliedes geerbt hatte. Jedenfalls kam eine zu äußerst günstigen Konditionen in die Bayerische Staatsbibliothek und die Handschrift C ins Haus Fürstenberg nach Donaueschingen, wo man sich der Bedeutung der Dichtung bewusst war. Wie sie vor gut zwanzig Jahren in die Badische Landesbibliothek gelangte, machte ob der Millionen, die…

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Agitation, Kondome für alle beim Straßentheater und vor allem: Unpop is back

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Eines steht auf jeden Fall fest: Aus dem Theaterstück bzw. dem Theatergedicht „Die Politiker“ von Wolfram Lotz lassen sich Sätze extrahieren, mit denen man ganz wunderbar Plakatwände beschriften kann. Zur Wahl des Theaters Unpop, das sich für „Leckt mich doch mit euren kleinen Zungen ihr kleinen Männer“ oder  „Oh meinen lahmen Hass schenke ich euch“ sowie „Wer seid ihr denn, dass ihr glaubt, dass ihr was Besseres seid?“ hätte ich noch Folgendes hinzugefügt: „Habt ihr sie etwa nicht gewählt? Wer…

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Das Barockensemble der Wiener Symphoniker machte Bildstein erneut zum besonders anziehenden Ort

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Wer eines dieser Konzerte erlebt hat, der weiß, warum die Karten für den Auftritt des Barockensembles der Wiener Symphoniker längst zu den begehrtesten im gesamten Vorarlberger Kulturangebot zählen. Einer privaten Initiative ist es zu verdanken, dass ein Konzert, das einst zum Programm der Bregenzer Festspiele zählte, alljährlich im August zahlreiche Menschen in die Basilika nach Bildstein lockt.  Die engagierte Organisatorin Inge Spiegel hatte am vergangenen Sonntag für derart viele Zusatzsessel zu sorgen, dass es bald überlegenswert ist, das Konzert an…

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Kontinuität und Veränderung: Zu Nikolaus Habjan, Florian Boesch und Franui bzw. deren Interpretation von „Die schöne Müllerin“

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Vielleicht liegt die Magie darin, dass die Produktion „Die schöne Müllerin“ Kontinuität und Veränderung gleichermaßen verdeutlicht. Und das in mehrfacher Hinsicht. Die Quadratur des Kreises sozusagen, die den Bregenzer Festspielen mit der Aufnahme der Produktion von Franui, Nikolaus Habjan und Florian Boesch ins Programm gelang und die ihnen ein quasi bis zum letzten Platz besetztes großes Festspielhaus mit Standing Ovations zum Finale bescherte.  Nikolaus Habjan, den Regisseur, Puppenspieler, Rezitator und – ja – Kunstpfeifer, darf man zum künstlerischen Kernteam von…

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Musikalische Sternstunde in Lech

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Das wagt kaum jemand. Geprägt von großer Wertschätzung haben Marlies und Franz Wagner, Leiter und Initiatoren des Lech Classic Festival, aber eine derart gute Verbindung zu herausragenden Künstlerinnen und Künstlern aufgebaut, dass sie die 11. Ausgabe ihrer Konzertreihe mit einem höchst außergewöhnlichen Programm starten konnten. Richard Strauss’ „Vier letzte Lieder“ bedeuten in diesem Rahmen eine enorme Herausforderung für das Orchester. Die Werke bedingen zudem das Engagement einer Sopranistin, die mit der Klangwelt des Komponisten absolut vertraut ist und deren Stimme…

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Von wiederentdeckten Komponistinnen und lästiger Männerehre

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Erster Lichtblick bei den Orchesterkonzerten der Bregenzer Festspiele nachdem beim ersten Auftritt der Wiener Symphoniker mit der Neubesetzung des Dirigats gleich auch die Uraufführung von Ayal Adler gestrichen wurde: Symphonie Nr. 1 von Florence Price neben „Central Park in the Dark“ von Charles Ives und den „Vier letzten Liedern“ von Richard Strauss.  Maestro Dirk Kaftan bricht mit einem klassischen Konzertritual, wendet sich ans Publikum und erklärt, dass das Schicksal, das die Komponistin Florence Price (1887-1953) erlitt, jenes der Vertriebenen aus…

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Jassen und Kunst von Uwe Jäntsch: Eine besondere Geschichte

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Aufmerksame Beobachter bzw. Zeitgenossen wissen es: Bevor Uwe Jäntsch jene Performances, Interventionen und Installationen in Palermo realisierte, die internationale Aufmerksamkeit hervorriefen, entwarf und verwirklichte er gemeinsam mit Jugendlichen die Bemalung einer Fußgängerunterführung am Bregenzer Hafen. Das war vor gut zwei Jahrzehnten. Die Unterführung existiert in der Form nicht mehr, die Arbeit scheint mir aber deshalb besonders erwähnenswert, weil schon damals einige der wesentlichen Faktoren in seinem Schaffen sichtbar wurden.  Der 1970 in Wasserburg geborene und in Vorarlberg aufgewachsene Künstler hat…

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Bei Wagners „Siegfried“, inszeniert von Brigitte Fassbaender im Passionsspielhaus

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Brigitte Fassbaender und die Bregenzer Festspiele: Musikfreunde erinnern sich nicht nur an ihre mit viel Humor, Esprit und Tempo aufgeladenen Inszenierungen der Rossini-Opern „Der Barbier von Sevilla“ und „Die Italienerin in Algier“, sondern auch, dass sich die renommierte Mezzosopranistin, Regisseurin in Intendantin für die Weiterbildung junger Sängerinnen und Sänger engagiert. Auch heuer gab sie Meisterkurse für das Ensemble des Opernstudios. „Werther“ von Jules Massenet wird zwar von Jana Vetten inszeniert, eine wesentliche Unterstützung zur Bewältigung der Gesangspartien lieferte Brigitte Fassbaender,…

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Von üblichen Angeboten abweichend: Neues Projekt der Camerata Musica Reno mit der Tänzerin Silvia Salzmann

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Es ist ein sehr gewagtes Unterfangen, aber mit der Gewissheit, dass er sehr gute junge Musikerinnen und Musiker und dazu noch eine ambitionierte Tänzerin und Choreographin an seiner Seite hat, konnte Tobias Grabher nun ein Orchesterkonzert mit Tanz realisieren. Der Vorarlberger Dirigent hat vor zwei Jahren die Camerata Musica Reno gegründet, die trotz unterschiedlicher Besetzungen, die die Karrieren seiner Mitwirkenden mit sich bringen, auf begeistert hohem Qualitätslevel agiert.  Mit der jüngsten Produktion hat er sich einer enormen Herausforderung gestellt. Dasselbe…

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Edel und mit Richard Dünser innovativ – die neuen Meisterkonzerte in Bregenz

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Mit einem wunderbaren Konzert von Hélène Grimaud, für das die Pianistin eigens ein spezielles Akustik- und Lichtkonzept im Festspielhaus wünschte, ist die Bregenzer Meisterkonzertsaison vor wenigen Wochen zu Ende gegangen. Nun hat Kulturservice-Leiterin Judith Reichart das nächste Programm vorgelegt. Zentraler Programmpunkt mit Richard Dünser Hoppla: Mit Richard Dünser wird am 10. Februar ein Komponist aus Vorarlberg mit einer hochinteressanten Programmkonzeption ins Zentrum gerückt. Es handelt sich um Bearbeitungen von Werken von Alban Berg, Anton Webern und Arnold Schönberg und somit…

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Zeitgemäß interpretiert: Begegnung mit Konstantin Krimmel und Christiane Karg bei der Schubertiade

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Wer die städtebaulichen Initiativen von Gerd Nachbauer in Hohenems sowie die Arbeiten am Markus Sittikus Saal miterlebt hat, den freut es besonders, dass der Schubertiade-Geschäftsführer mit seinen Aussagen zur guten Akustik des Raumes recht behielt. Konstantin Krimmel hat dort gemeinsam mit Daniel Heide Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin“ aufgenommen.  Besucher des Liederabends am Montag im Angelika Kauffmann Saal in Schwarzenberg konnten die CD (Label Alpha) bereits erwerben, Anfang Juli ist sie im Fachhandel erhältlich. Der Bariton, den ich als Guglielmo…

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Lohnender Abstecher zu “Das schlaue Füchslein” in München

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Mitunter reicht ein wogender Glitzervorhang als Ausstattung. Michael Levine, Bühnenbildner von “Madame Butterfly” auf der Bregenzer Seebühne, bringt auch an der Bayerischen Staatsoper Einfaches zur Wirkung. Ist es bei den Bregenzer Festspiele eine japanische Zeichnung, die von Wind und Wellen zerfurcht quasi ans Ufer geschwemmt wurde, so sind es in München verschiedentlich glitzernde Vorhänge, die in das Märchen vom Werden und Vergehen eintauchen lassen. An der Bayerischen Staatsoper inszenierte Barrie Kosky “Das schlaue Füchslein” von Janácek. Fast ohne Tiermaskerade (nur…

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Barock im Detail: Im Kloster Mehrerau wird nun der Blick geschärft

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Noch heute erreichen mich Anfragen zur Fundstück-Serie, die ich mit dem Kunsthistoriker Tobias G. Natter für Beiträge in den  Vorarlberger Nachrichten realisieren konnte. Den Zugängen des international tätigen Experten zu privaten Sammlungen in der Region sowie seiner Kommunikationsbereitschaft war es zu verdanken, dass die Reihe umfangreicher werden konnte als ursprünglich konzipiert. Woche für Woche wurde ein Objekt, ein Kunstwerk, ein Plakat, ein Bild oder eine Fotografie abgebildet und erläutert.  Der Herausgeber maßgeblicher Werke über Gustav Klimt und Egon Schiele sowie…

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Musikalisch super, konsequent bis zum Verzicht auf die Show und somit gut getroffen: „The Black Rider“ am Vorarlberger Landestheater

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Die Bilder haben sich eingeprägt. Wer in den 1990er-Jahren schon theatertauglich war, bringt „The Black Rider. The Casting of the Magic Bullets“ stets mit der Urfassung der Produktion von Robert Wilson, William S. Burroughs und Tom Waits in Verbindung, die von Hamburg aus über Wien bis nach New York und Hongkong verschickt wurde. Wilson hat selbst inszeniert. Auch Operngeher kennen die Gestikulation seiner Figuren, die quasi mit der Ausstattung verschmilzt. Styling pur, weiße Schminke, diabolisches Lachen – Dominique Horwitz wurde…

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Elisabeth Sobotka und Lotte de Beer bieten Einblicke ins Programm

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Erbärmliche Männerehre in „Ernani“, verheerende Männerbündelei in „Tancredi“ und im Rahmen der Uraufführung von „The Faggots & Their Friends Between Revolutions“ die Feststellung, dass zwar heutzutage viel von Diversität gesprochen wird, dass auch die westliche Gesellschaft aber noch relativ weit davon entfernt ist: Das Programm der Bregenzer Festspiele ist mit den Opernproduktionen auf dem See und im Festspielhaus, den Uraufführungen auf der Werkstattbühne, dem Schauspiel und den Konzerten vielfältig, inhaltlich jedoch sehr kompakt. Und das bleibt auch so. Beim jüngsten…

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Fakten, die den Jugendclub des Vorarlberger Landestheaters auszeichnen

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Wer die Produktion „Die sieben fetten Jahre“ nach einem Text der Vorarlberger Schriftstellerin Daniela Egger gesehen hat, für den bestätigt sich der enorme Wert des Jugendclubs des Vorarlberger Landestheaters sowie das Engagement des Vereins Motif erneut. Das Stück basiert auf einem Stoff, der in den drei Buchreligionen dokumentiert und somit von vornherein integrativ wirkt. Die Zusammenarbeit mit dem Verein Motif erhöht die Reichweite und unterstreicht den integrativen Aspekt. Die Auseinandersetzung zwischen dem Pharao, Joseph, seinen Brüdern, Gelehrte, Traumdeuter etc. sind…

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Fährt in die Knochen: „Morbus Hysteria“, uraufgeführt in Wien, demnächst beim Bregenzer Frühling

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Konsens? Das wäre zu banal. Kompromiss? Hey, wir sind beim Aktionstheater. Mit „Morbus Hysteria“ hat sich das Ensemble um Martin Gruber, das seine Texte immer selbst konzipiert, dem Rechthaben angenommen, den Bubbles, den Blasen, vor denen die Soziologen seit Jahren warnen. Sie engen den Wahrnehmungsradius ein. Jeder fühlt sich dort gut aufgehoben, wo die eigene Sicht der Dinge bestärkt wird. Wir kennen das alle, es wurde x-fach durchgekaut, Populisten macht es stark. Die Methode ist einfach – und sie funktioniert…

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Zum Kunst- und Kulturpreis für das Frauenmuseum Hittisau, das Ensemble plus und Vivienne Causemann

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Um herausragende Leistungen zu würdigen, haben die Vorarlberger Nachrichten in Kooperation mit der Wiener Städtischen Versicherung Vorarlberg heuer erstmals einen Kunst- und Kulturpreis ausgelobt. Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro, aufgeteilt in einen Hauptpreis in der Höhe von 12.000 Euro und zwei Anerkennungspreisen in der Höhe von je 4000 Euro zählt er zu den höchstdotierten Kunstpreisen in Vorarlberg. Vergeben wird er an Künstlerinnen und Künstler aller Bereiche sowie für Kunstvermittlung.  Jurybesetzung Ist der Preis für alle Bereiche von Kunst und…

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Tausende Kinder machen „Die Zauberflöte“ bei den Bregenzer Festspielen zum Friedensfest

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„Die Zauberflöte“, das 1791 uraufgeführte Werk von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder, zählt zu jenen Opern, mit denen nahezu jedes Kind in Europa an dieses Genre herangeführt wird. Obwohl mittlerweile viele Institutionen gekürzte Fassungen für junge Zuschauer erstellt haben, ist das Märchenspiel über den Konflikt zwischen Sarastro und der Königin der Nacht sowie der Paare Pamina/Tamino und Papageno/ Papagena keine Geschichte, die sich leicht erschließt. Der philosophische Aspekt und vor allem die Gewalt eröffnen Regisseurinnen und Regisseuren zwar Möglichkeiten…

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Kein Puppentanz, sondern Relevanz: Wie das Figurentheaterfestival Homunculus eine wichtige Einrichtung bleibt

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Nein, die Puppen tanzen nicht. Es wurde am gestrigen Abend zwar doch noch getanzt. Jene, die im Anschluss an eine Aufführung im Löwensaal in Hohenems blieben, sich über das Erfahrene austauschten oder mit Kopfhörern das Silent-Disco-Angebot wahrnahmen, zählen wohl zu jenen Menschen, denen klar ist, dass „die Puppen tanzen lassen“ nichts anderes heißt als ausgelassen zu feiern. Wer das Figurentheaterfestival Homunculus immer noch mit dieser Redewendung beschlagwortet, der war seit dem Bestehen dieser Veranstaltungsreihe vermutlich nur selten oder nie dort…

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Spannender Spielplan: Aber wie geht es mit dem Landestheater weiter, dessen holpriger Werdegang vielen nicht bekannt ist?

Spannender Spielplan: Aber wie geht es mit dem Landestheater weiter, dessen holpriger Werdegang vielen nicht bekannt ist?

Wer seit vielen Jahren Aufführungen des Vorarlberger Landestheaters miterlebt hat oder wer sich die Mühe macht, sich mit der Geschichte dieser Bühne auseinanderzusetzen, der weiß, dass die finanzielle Situation enorm angespannt ist.  Zur Erläuterung: Ein Landestheater wurde das Unternehmen im Bregenzer Kornmarkttheater erst kurz vor der Jahrtausendwende. Zuvor war es privat von Bruno Felix geführt und wurde vom Land Vorarlberg sowie mit einem kleineren Beitrag vom Bund subventioniert.  Als einstiges Mitglied des Theaterbeirates des Bundes hatte ich beispielsweise den Antrag…

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Die Neuentdeckung von Weinbergs Oper „Der Idiot“ steht in vielerlei Beziehungen zu den Bregenzer Festspielen

Die Neuentdeckung von Weinbergs Oper „Der Idiot“ steht in vielerlei Beziehungen zu den Bregenzer Festspielen

Beim Gespräch, das ich mit Vasily Barkhatov vor der Premiere seiner Inszenierung von Umberto Giordano Oper „Sibirien“ im vergangenen Sommer bei den Bregenzer Festspielen führte, war natürlich auch von seiner nächsten Arbeit in Österreich die Rede. Das Theater an der Wien hatte ihn für die Inszenierung der Oper „Der Idiot“ von Mieczyslaw Weinberg engagiert. Die Wiederentdeckung dieses Komponisten ist zu einem beträchtlichen Teil dem Engagement des ehemaligen Festspiel-Intendanten David Pountney zu verdanken, der im Sommer 2010 die szenische Erstaufführung seiner…

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Theater Kosmos bietet einen Schiffsausflug mit Esprit, Erotik und angenehmer Kopfarbeit

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Das Stück „Das weiße Dorf“ der oberösterreichischen Autorin Teresa Dopler, das das Theater Kosmos für seine neue Produktion wählte, ist eine Herausforderung. In vielerlei Hinsicht. Etwa deshalb, weil es die Leser bzw. Zuseher unweigerlich mit der Frage konfrontiert, inwieweit es möglich ist, Sympathien für die beiden Figuren zu entwickeln. Das Gelingen oder Nichtgelingen kann rasch zu einem Kriterium der Bewertung des Textes werden. Ein nüchterner Pragmatismus steht nicht so hoch in der Gunst wie emotionsbasierte Reaktionen und Entscheidungen.  Sprachlich minutiös…

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Schön, schmerzhaft und vor allem relevant: Arbeiten von Monira Al Qadiri im Kunsthaus Bregenz

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Sich auf weltweit bedeutenden Ausstellungen wie der Biennale in Venedig umzusehen, lohnt sich nicht nur im Hinblick auf das Abchecken neuer künstlerischer Positionen. Wer das Programm des seit mehr als 25 Jahren bestehenden Kunsthaus Bregenz beobachtet hat, erfährt von Korrelationen. Einmal – wie etwa im Vorjahr mit Jakob Lena Knebel und Ashley Hans Scheirl  oder Raphaela Vogel – waren Künstlerinnen und Künstler kurze Zeit zuvor mit Werken in Bregenz präsent, mitunter fallen Installationen und Projekte von Künstlern oder Künstlerinnen ins…

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Ausgesprochen glückliche Begegnung mit Tone Fink und Max Lang

Ausgesprochen glückliche Begegnung mit Tone Fink und Max Lang

„Ob ledern, knochig, haarig, federig oder hornig: Hauptsache Maulwinkel hochgezogen.“ Mit diesem Spruch hat mich der Vorarlberger Künstler Tone Fink empfangen als er vor etwa zwei Jahren sein Buch „Arche.Tone“ präsentierte. Als wegen der Pandemie sämtliche Ausstellungen und jegliche Begegnung mit Publikum unmöglich wurden, hat sich der bekannte Zeichner, Maler, Objekt- und Performancekünstler den Tieren zugewendet. Nicht mit dem Willen zur Abstraktion, wie wir es von seinen Tiermasken gewohnt sind, sondern mit großer Hinwendung zum Realismus. Dass er durch all…

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Caro Starks praktikable Lösungen für Schieflagen

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Für die Krimikomödie „Die 39 Stufen“ entwarf Caro Stark exakt 39 Kostüme und dazu eine Bühne, die so rasch zu verwandeln ist, dass das Stück von Patrick Barlow nach dem Roman von John Buchan mit nur vier Schauspielern zu bewältigen war. Dass auch noch die Schwarz-Weiß-Ästhetik der Verfilmung von Hitchcock zitiert werden konnte, machte die Produktion – inszeniert von Joachim Rathke – zu einem Highlight im Winter 2021 am Theater Konstanz. Da hatten sich zwei kreative Köpfe gefunden. Caro Stark…

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Strukturen des Patriarchats behindern Entscheidungen angesichts der Klimakatastrophe

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Es ist bezeichnend, dass das Schauspielhaus Zürich nun wieder ein Stück von Sarah Kane ins Programm genommen hat. Angekündigt wird „Gier“ allerdings mit dem Vermerk, dass Schilderungen sexualisierter Gewalt vorkommen. Als ob man es nicht wüsste. Ich erinnere mich an eine von Peter Zadek inszenierte Aufführung des Stücks „Gesäubert“ derselben Autorin vor über 20 Jahren an den Hamburger Kammerspielen, die das Publikum nach und nach verließ, weil die Radikalität der Darstellung, die Kane angesichts sich auflösender Identitäten verlangt, schwer zu…

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Bemerkung zum Festival Bregenzer Frühling

Bemerkung zum Festival Bregenzer Frühling

Die hohe Qualität ist sowieso Voraussetzung, als besonderer Aspekt des diesjährigen Festivals Bregenzer Frühling stellt sich nach der vierten Aufführung die enorme Vielfalt heraus. Das Erlebnis mit „XERROX VOL 2“ von Richard Siegal vor zwei Wochen erhöht die Spannung auf ein Sonderprojekt, für das Judith Reichart, Leiterin des Kulturservice in Bregenz, für das kommende Jahr mit dem Choreografen in Verhandlung ist. Dass das Publikum auf die österreichische Erstaufführung von „Lovetrain2020“ der Emanuel Gat Dance Compagnie aus Frankreich enthusiastisch reagiert, war…

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Mit Jordi Savall wurde eine besondere Meisterkonzertsaison in Bregenz fortgesetzt

Mit Jordi Savall wurde eine besondere Meisterkonzertsaison in Bregenz fortgesetzt

Wer sich mit Musik zur Zeit von Louis XIII. auseinandersetzen möchte, das heißt, mit Kompositionen, die dem Frühbarock zuzuordnen sind, der wird von Jordi Savall und seinem Le Concert des Nations reichlich bedient. Beim jüngsten Bregenzer Meisterkonzert wurde dieser kleine Hinweis vom Publikum begeistert mit Standing Ovations aufgenommen. Im Rahmen von zwei Zugaben, die ein gut konzipiertes Programm abrundeten.  Es war mit Georg Friedrich Händel, Christoph Willibald Gluck, Marin Marais und Jean-Philippe Rameau sozusagen Blockbustern des Barock gewidmet, stellte bei…

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Camerata Musica Reno: Ein aufwühlendes Konzertereignis und die Begegnung mit der jungen Musikerinnen- und Musikerelite der Region

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Will man nicht ohnehin aus dem großen Repertoire der Sakralmusik und der Oratorien schöpfen, so war es ein Programm, das in die Zeit passt wie kaum ein anderes: Mit „Siegfrieds Rheinfahrt“ aus der „Götterdämmerung“, dem „Karfreitagszauber“ aus der Oper „Parsifal“ und dem „Siegfried-Idyll“ trat das junge Kammerorchester Camerata Musica Reno unter der Leitung von Tobias Grabher am Osterwochenende vor das Publikum. Der Schriftsteller Michael Köhlmeier ergänzte die Werke von Richard Wagner mit einer eigenschöpferischen Nacherzählung des Nibelungenliedes. Drei ausverkaufte Konzerte…

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Wiener Burgtheater mit „Die gefesselte Phantasie“ in Bregenz: Das Subversive in Komödie und Klamauk zur Wirkung gebracht

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Das mit einem Engagement von Herbert Fritsch verbundene Risiko dürfte in Bregenz sogar noch größer sein als in Wien. Jenes Publikum, das sich hier für Theater interessiert, ist mit seiner Ästhetik schon seit Langem vertraut. Bevor das Burgtheater auf den in Berlin Erfolge feiernden Schauspieler und Regisseur aufmerksam wurde, inszenierte dieser nämlich am Schauspielhaus und an der Oper in Zürich. Mitunter wurden den Akteuren dabei geradezu akrobatische Leistungen abverlangt und die Buntheit ist quasi ein Markenzeichen von Fritsch. Doch liefert…

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Skulptur “Ready Maid” von Gottfried Bechtold: Umhüllung als fragwürdiges Werbeprojekt

Skulptur “Ready Maid” von Gottfried Bechtold: Umhüllung als fragwürdiges Werbeprojekt

Er hat nichts damit zu tun, weiß auch nicht was es bedeuten soll und geht davon aus, dass die Stadt Bregenz das erlaubt hat: So reagierte der bekannte Künstler Gottfried Bechtold nun auf die Umhüllung seiner Skulptur „Ready Maid“. Das Werk befindet sich seit der Wiedereröffnung des umgebauten Bregenzer Festspielhauses im Jahr 2006 auf dem Vorplatz des Gebäudes. Der vielfach ausgezeichnete Künstler Gottfried Bechtold gewann damit den international ausgeschriebenen Kunst-am-Bau-Wettbewerb. Bechtolds Gelassenheit ob des Eingriffs in sein Werk ist bemerkenswert….

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„Horizon Field“ oder die Wiederkehr der 100 Eisenmänner in Lech: Das Kunstprojekt ist nicht 12, sondern gut 25 Jahre alt und es sind viele Fragen offen

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Als es dem Kunsthaus Bregenz im Sommer 2010 gelang, die Installation „Horizon Field“ im Arlberggebiet zu realisieren, war ihm die mediale Aufmerksamkeit gewiss. Hundert Figuren aus Eisen in der Landschaft zu positionieren – dieses Konzept war damals allerdings alles andere als neu. Was man in der alpinen Region zu sehen bekam, gab es über zehn Jahre zuvor, das heißt, in den 1990er-Jahren bereits im Flachland.  „Another Place“ nannte sich die Anordnung von lebensgroßen Metallplastiken am deutschen Nordseeufer in Cuxhaven. Wie…

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Weit mehr als Schultheater: “Kolumbus 1492” von Jura Soyfer am Gymnasium Egg

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„Romeo und Julia“ ist nicht nur einer der größten Klassiker der Tragödienliteratur, die Geschichte über die jungen Liebenden aus Familien, die einander Feind sind, zählt auch zu den Klassikern des Schultheaters. Keine Frage, dass dieses Werk von Shakespeare bereits mehrmals am Gymnasium Egg aufgeführt wurde. Direktor Ariel Lang und sein Team mit einem begeisterungsfähigen Lehrkörper sowie Schülerinnen und Schülern, deren Begabungen immens gefördert werden, hat aber auch schon mit dem schwierigen „Sommernachtstraum“ überrascht. Er widmete sich mit Arthur Millers „Hexenjagd“…

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Einzigartig: Israel Galván mit “Seises” und dem Vorarlberger Chor Calypso

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Es ist ein hervorragendes Konzept des Festivals Bregenzer Frühling, das nun von Judith Reichart verantwortet wird, Künstler und Compagnien, die hier ihre Produktionen zeigten, nach einigen Jahren erneut einzuladen. Israel Galván, einem Star des neuen Flamenco, dem das Publikum hier bereits mehrmals begegnen konnte, präsentierte nun erstmals in Österreich das Projekt „Seises“. Was als Tanz-Solo, das religiöse Traditionen thematisiert, beschrieben wird, ist eine dem Begriff Flamenco angemessen freche sowie einzigartige Übertragung des Tanzes in die Gegenwart und zugleich ein Abriss…

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Musikalisch komplex, szenisch eindimensional: Donizettis „Maria Stuarda“ am Vorarlberger Landestheater

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Selten hat das Vorarlberger Landestheater mit seinem Partner, dem Symphonieorchester Vorarlberg (SOV), seine Wahl für die einzige Oper im Jahresspielplan so früh bekanntgegeben wie im Fall von „Maria Stuarda“. Seit nahezu zwei Jahren weiß man, dass man sich nach dem dramatischen Oratorium „Jephtha“ von Händel (das übrigens bestens geriet) wieder etwas Gängigem zuwendet, dem man in einem Haus, das keine Zweispartenbühne ist, ob des Engagements der Sängerinnen und Sänger aber mit besonderem Interesse entgegenblicken konnte. Dass die Parkettreihen bei der…

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Ohnegleichen: Zum Auftakt des Festivals Bregenzer Frühling

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Dass ein Festival, das einst mit einem „Schwanensee“-Gastspiel des Kirow-Theaters aus St. Petersburg (damals noch Leningrad) gestartet wurde, in nur wenigen Jahren einen Imagewandel zum zeitgenössischen Tanz vollzieht und sich seit dem Frühjahr 1988 auch noch als Publikumsmagnet hält, ist etwas Besonderes. Zumal in einer Region, in der sich das Kulturangebot in dieser Zeit zwar enorm erweitert hat, in der abgesehen von der Bevölkerungsagglomeration im Rheintal die ersten größeren Städte mit vielfältigen universitären Einrichtungen aber 130 bis 200 Kilometer entfernt…

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Auf die Kraft ihrer Kunst vertraut: Österreichische Erstaufführung von „alle tiere rufen“ von Thomas Köck beim Ensemble Unpop

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Bis zur Zeit der ersten Aufzeichnungen davon, was Menschen von sich geben, können wir Bußpredigten nachverfolgen. Wer den Heraufbeschwörern einer nahenden Zerstörung des Planeten noch etwas hinzufügen und dabei intellektuell reüssieren will, der muss sehr viel draufhaben. Der oberösterreichische Autor und Dramatiker Thomas Köck zählt zu diesen Personen. Im Jahr 2016 hat ihm die Österreichische Theaterallianz, zu der auch das Bregenzer Theater Kosmos zählt, ihren Dramatikerpreis verliehen. Damals holte man sich den ersten Teil der Kronlandsaga als Gastspiel des Schauspielhauses…

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Beginn 1994 im Magazin 4, Fortsetzung im Kunsthaus: Zum aktuellen Projekt von VALIE EXPORT in Bregenz

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„Ich habe die Packungen oft in der Hand gehabt und festgestellt, dass es genau das Objekt ist, mit dem ich meinen Namen transportieren kann.“ Die Zigarettenschachteln, von denen VALIE EXPORT anlässlich ihrer Ausstellung im Jahr 2011 im Kunsthaus Bregenz sprach, waren jene der österreichischen Marke Smart Export. Die Künstlerin ersetzte das Wort Smart mit der Abkürzung ihres Vornamens, überklebte das dazugehörende Bild einer mit den Worten „semper et ubique immer und überall“ umkränzten Weltkugel mit ihrem Porträt, ließ den Begriff…

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Äußerst aufschlussreich und wie ein weiteres Werk der Ausstellung: KUB-Katalogbuch zu Anna Boghiguian

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Das Kunsthaus Bregenz ist nicht die einzige Institution, die dann mit einem Katalogbuch aufwartet, wenn die Ausstellung, die die Publikation dokumentiert, bereits beendet wurde. Der Zeitpunkt der Präsentation sollte somit kein Problem sein. Das Buch zu den Arbeiten von Anna Boghiguian, die die Künstlerin (geb. 1946 in Kairo) für das Kunsthaus bereits im Rahmen der Biennale Venedig im Frühjahr 2022 und schließlich im größeren Umfang im Bregenz schuf, entspricht ob der Gestaltung außerdem einem zusätzlichen Projekt. Zahlreiche Abbildungen der Installation…

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Mit „Wunsch und Widerstand“ unterstreicht das Vorarlberger Landestheater seine Kompetenz im Aufgreifen historischer und gesellschaftspolitischer Themen

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Die Konfabulation ist ein zentraler Aspekt in den Äußerungen von Max Riccabona (1915-1997). Thomas Arzt greift als Autor des Stücks „Wunsch und Widerstand“ erfundene Begebenheiten des Vorarlberger Juristen, Schriftstellers, bildenden Künstlers und KZ-Überlebenden mit einigem Esprit auf. Die Ermöglichung von fatalen Ausschlusspraktiken ist als wesentliches gesellschaftspolitisches Thema in dieser „Überlebensgeschichte“ (so der Untertitel) hingegen schwächer beleuchtet, Stefan Otteni bessert als Regisseur der Uraufführung am Vorarlberger Landestheater diesbezüglich jedoch nach. Entsprechend ihres Engagements, landesgeschichtliche Themen aufzugreifen, widmete sich Intendantin Stephanie Gräve…

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So kommt Steinbecks Klassiker “Von Mäusen und Menschen” heute zur Wirkung

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Ein eigenes kleines Häuschen, ein Gemüsegarten, Obstbäume, ein paar Hühner und Kaninchen, vielleicht eine Kuh – das verbinden George und Lennie bereits mit „einem Leben in Saus und Braus“. Die beiden sind die Hauptfiguren in John Steinbecks Roman „Of Mice and Men“. Sie ziehen als Farmarbeiter übers Land, sind froh über jede Arbeitsstelle, an der es eine Mahlzeit gibt und der Lohn ausreichend ist, um vielleicht etwas zur Seite legen zu können, damit sich ihr Traum irgendwann erfüllt. Noch haben…

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Viel mehr als eine Ausstellung: Mauthausen-Projekt im Vorarlberg Museum

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Es war eine gute Entscheidung, die Ausstellung „M 48° 15′ 24.13″ N, 14° 30′ 6.31″ E“ im Vorarlberg Museum bzw. die Präsentation eines der umfangreichsten Projekte des Vorarlberger Künstlers Marko Zink nicht mit einer Vernissage zu eröffnen, sondern am 27. Jänner, somit am Internationalen Holocaust-Gedenktag, einen Thementag anzubieten. Marko Zink (geb. 1975 in Gaschurn und seit Jahren in Wien lebend) war bei Führungen für Schülerinnen und Schülern anwesend und lieferte im Rahmen einer Diskussion wichtige Denkanstöße.  Die Werke von Marko…

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Art Brut kam auf besonderem Weg ins Vorarlberg Museum

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Am 23. Februar wird Harald Gfader im Rahmen der Ausstellung „Direkt!“ mit Kuratorin Kathrin Dünser sprechen. Der bekannte Vorarlberger Künstler und Initiator vieler Projekte ist auch Impulsgeber einer Sammlung mit Werken von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung oder Unterstützungsbedarf. Gfader arbeitet seit vielen Jahren mit solchen Künstlerinnen und Künstlern, sprach stets von einer bereichernden Tätigkeit und hat sich ein Expertenwissen angeeignet. Interessante Vorgeschichte Als das Vorarlberg Museum, ehemals Landesmuseum, im Jahr 2013 ausgebaut wiedereröffnet wurde, starteten die Vorarlberger Nachrichten in…

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Nun in Österreich zu sehen: In “Schnee Weiß” thematisiert Elfriede Jelinek den Missbrauch im Skiverband.

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Wenn man sich in Österreich schon so lange Zeit lässt, muss zumindest der Premierentermin gut koordiniert sein. Vor etwa fünf Jahren hat die ehemalige Skirennläufern Nicola Werdenigg über Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt im österreichischen Skiverband in den 1970er- und 1980er-Jahren sowie von Vergewaltigungen gesprochen. Ein Jahr später erschien ein Theaterstück zum Thema. „Schnee Weiß (Die Erfindung der alten Leier)“ von Elfriede Jelinek wurde am Schauspiel Köln uraufgeführt. Bevor nun ein Film über Werdeniggs Schritt an die Öffentlichkeit samt Reaktionen in…

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“Hilfe kommt aus Bregenz”: Die Kafka-Produktion am Vorarlberger Landestheater unterstreicht es

“Hilfe kommt aus Bregenz”: Die Kafka-Produktion am Vorarlberger Landestheater unterstreicht es

Wer das Adjektiv kafkaesk verwendet, beschreibt damit im Allgemeinen etwas Bedrohliches, meist etwas Mächtiges, das nicht leicht zu ergründen ist. Sollte es optisch verdeutlicht werden, wäre es farblos sowie schwarz oder grau. Das Farbige und Schillernde im Werk des Schriftstellers Franz Kafka (1883-1924) zu unterstreichen, ist das besondere Anliegen der neuen Koproduktion des TOBS (Theater Orchester Biel Solothurn) mit dem Vorarlberger Landestheater. Die erste im Herbst 2021 mit „All you can be! Eurydike und Orpheus“ präsentierte Zusammenarbeit ist noch bestens…

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Das Verbindende zwischen der Biennale in Venedig und dem Bregenzer Magazin 4

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Schon öfter hat eine Künstlerin oder ein Künstler Österreich bei der Biennale Venedig vertreten nachdem gerade eine Ausstellung in Vorarlberg stattfand. Das ist nicht prinzipiell von übergroßer Bedeutung, aber in einigen Fällen speziell erwähnenswert. Ein besonderer Coup ist Thomas D. Trummer, Direktor des Kunsthaus Bregenz, mit Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl gelungen. Im Pandemiejahr 2020, als bereits feststand, dass die Kunstbiennale um ein Jahr verschoben wird, realisierte das Künstlerduo im KUB kurzfristig ein großes Projekt. Ab April 2022…

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Opernatelier der Bregenzer Festspiele: Enormes Publikumsinteresse ist ein Auftrag

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Jetzt wissen auch die, die ansonsten nicht auf dem Podium des Bregenzer Festspielhauses Platz nehmen, sondern in den Publikumsreihen, dass es sich auf der Drehbühne ein wenig so anfühlt wie in einem Karussell. Die Besucher der ersten Veranstaltung der Bregenzer Festspiele im neuen Jahr in Bewegung zu versetzen, war sicher nicht die zentrale Absicht beim zweiten Einblick ins Opernatelier, bewegt hatte man das Haus dennoch verlassen. Das lag an Sir David Pountney, der als einstiger Intendant nun in der Funktion…

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Die Vernetzung von Bregenz und Lindau zeigt, was im Kunstbereich längst fällig ist

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Wer die Begriffe bildende Kunst und Lindau kombiniert, landet in erster Linie bei den modernen Klassikern. Vor rund zwölf Jahren begann auf der beschaulichen Insel eine Ausstellungsreihe, in deren Rahmen Werke von Picasso, Chagall, Mirò, Matisse, Klee, Modersohn-Becker, Macke, Kirchner etc. präsentiert wurden. Das Publikumsinteresse war enorm und flaute nie ab. Die Stadt betrieb keinen Etikettenschwindel, man wusste, dass man anhand einer überschaubaren Auswahl von kleineren Arbeiten, meist auf Papier, einen guten Einblick in das Schaffen des jeweiligen Künstlers bzw….

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Theater Kosmos: Freier Eintritt für Frauen, vier große Stücke und in fünf Jahren eine neue Leitung

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Als Hubert Dragaschnig bemerkte, dass er in der Produktion „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ die Rolle von Richard Burton übernehmen wird, war das ein witziger Einwurf im Rahmen der Vorstellung der Vorhaben des Theaters Kosmos im Jahr 2023. Ein paar Erläuterungen später, die auch beinhalteten, dass das Unternehmen sein Prädikat, eine Ur- und Erstaufführungsbühne zu sein, schließlich nicht verliert, wenn es neben vielen neuen Stücken einen Klassiker im Programm hat, schloss sich ohnehin der Kreis: Angesichts der Ungeheuerlichkeit, dass…

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„Dirty Dishes“, eine wertvolle Kooperation des Vereins Motif mit dem Theater Kosmos

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Wer darauf angewiesen ist, einen an sich ungesetzlichen Deal mit einem Dienstgeber einzugehen, das heißt, illegal zu arbeiten, der ist grenzenlos ausbeutbar. Gegebenenfalls bis über den Tod hinaus. So ließ sich das Kernthema von „Dirty Dishes“ zitieren, als das Stück von Nick Whitby in der Regie von Augustin Jagg im Jahr 1997 erstmals in Österreich inszeniert wurde. Das Podium – eine Restaurantküche – wurde damals auf der Hinterbühne des Bregenzer Festspielhauses errichtet, wo sich das Theater Kosmos erst ein paar…

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Die große Ausstellung von Rosemarie Trockel in Frankfurt erinnert an eines der besten Projekte im KUB

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Es war sicher eine der bedeutendsten Ausstellungen unter den vielen mit starker Nachwirkung, die das Kunsthaus Bregenz (KUB) realisierte, als vor nahezu acht Jahren unter der Leitung von Yilmaz Dziewior das Engagement von Rosemarie Trockel gelang. Vieles erinnert an dieses Projekt, wenn für die deutsche Künstlerin (geb. 1952), ausgezeichnet u. a. mit dem Goslaer Kaiserring und dem Ros­witha-Haftmann-Preis, nun bis 18. Juni das gesamte Museum moderner Kunst in Frankfurt leergeräumt wurde. Im Bau von Peter Zumthor in Bregenz ist das…

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Von besonderer Relevanz: “Schöner Wohnen” von Uwe Jäntsch

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Ein Dach über dem Kopf zu haben, zählt zu den Grundbedürfnissen der Menschen. Anthropologen wissen, ab wann es nicht mehr genügte, dem Säbelzahntiger zu entkommen. Das heißt, wann sie begonnen haben, mehr Wohnraum, Kleidung und Nahrung anzuschaffen, als sie benötigten bzw. ab wann die Menge und die Art des Besitzes den Status einer Person symbolisierte. Vermutlich sehr früh in der Menschheitsgeschichte. Etwas später bedienten sich einige eifrig an der Möglichkeit, so viele Dächer für sich anzuhäufen, dass vielen keines mehr…

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Das wirkt nach: „Alice im Wunderland“ am Vorarlberger Landestheater mit Künstlerinnen und Künstlern des Ensembles Café Fuerte

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Dass das Vorarlberger Landestheater nicht nur Künstlerinnen und Künstlern sowie Firmen in der Region Aufträge erteilt, sondern dass auch die Projekte der kleinen Kulturunternehmen im Land verfolgt werden, zeigt sich in der aktuellen Produktion „Alice im Wunderland“. Ein Aspekt, dem besondere Beachtung zukommen soll. Danielle Fend-Strahm wurde als Regisseurin engagiert, Matthias Strahm hat die Ausstattung konzipiert und Florian Wagner die Musik zur Produktion erdacht bzw. geschaffen. Theaterfreunden sind die Personen bekannt. Danielle Fend-Strahm ist gemeinsam mit Tobias Fend (der einige…

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Rudolf Sagmeister holt nach, was man zum 25-Jahr-Jubiläum des Kunsthaus Bregenz vermisste

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25 Jahre Kunsthaus in Bregenz, 25 Jahre Begegnungen mit zeitgenössischem Kunstschaffen, die gegebenenfalls in Städten möglich sind, die mehr als das Zehn- oder das Hundertfache an Einwohnern aufweisen können. Wobei es für das, was Bregenz seit dem Sommer 1997 mit seinem Kunsthaus hat, kaum Vergleichbares gibt. Vier übereinandergestapelte Räume, in denen nichts stört und ein Konzept, das die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler vor die Herausforderung stellt, für diese Werke zu entwickeln oder Werke entsprechend zu positionieren. Schon im ersten Jahrzehnt…

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Nicht nur das KUB wurde vor 25 Jahren eröffnet: Fondation Beyeler kombiniert zum Jubiläum Klassiker mit Duane Hanson

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Ausstellungsmachern und Kunstfreunden in der Region bleibt das Jahr 1997 als jenes in Erinnerung, in dem sie in der Tat ordentlich in Bewegung gerieten. Im Austria-Pavillon in Venedig präsentierte Kurator Peter Weibel die Wiener Gruppe mit Friedrich Achleitner, Hans Carl Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Oswald Wiener. Die nur alle fünf Jahre stattfindende documenta in Kassel (es war die zehnte) wurde endlich von einer Frau geleitet, nämlich Catherine David, die sich allerdings nicht dazu durchringen konnte, die Zahl der…

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Bemerkungen zum neuen Programm der Bregenzer Festspiele

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Puccinis „Madama Butterfly“ ist auf dem See gut angekommen und wird auch 2023 trotz des starren Bühnenbildes sehr bewegen. Dass sich Intendantin Elisabeth Sobotka für Verdis „Ernani“ als Produktion im Festspielhaus entschieden hat, ergibt einen interessanten Programmschwerpunkt und erlaubt einen Blick zurück. Während sich auf dem See mit Mozarts „Zauberflöte“, inszeniert von Jérôme Savary im Bühnenbild von Michel Lebois, im Jahr 1985 der entscheidende Schritt hin zur Internationalisierung der Bregenzer Festspiele vollzog, ereignete sich der wichtige Qualitätssprung bei den Produktionen…

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“Escorial” im Theater Kosmos

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Eine Bühne, die Ur- und Erstaufführungen fokussiert, spielt ein Stück von Michel de Ghelderode? Was wie ein Blick zurück in die Theaterästhetik in der Mitte des 20. Jahrhunderts wirkt, erweist sich als konsequent. Vor vier Jahren kam im Bregenzer Theater Kosmos „König Ubu“ von Alfred Jarry auf das Programm, in dessen Tradition Ghelderode (1898-1962) steht, der – im deutschsprachigen Raum fast vergessen -, das absurde Theater von Jean Genet, Samuel Beckett oder Eugène Ionceso ergänzt. Musiktheaterfreunde wissen, dass seine „Balade…

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“Nora oder Ein Puppenhaus” am Vorarlberger Landestheater

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Wer Statistiken durchgeht, die besagen, dass Frauen in Zeiten der Pandemie mit den Lockdowns und Homeoffice-Vorgaben wieder vor allem in die unbezahlte Care-Arbeit und somit in alte Rollenmuster gedrängt wurden, erachtet die Auseinandersetzung mit dem 1879 erschienenen Stück „Nora oder Ein Puppenheim“ als durchaus angebracht. Die Stückwahl des Vorarlberger Landestheaters, das in der Inszenierung kenntlich macht, warum der Begriff „Puppenhaus“ im Titel steht, ist zudem konsequent. Die Frage, was aus der Solidargemeinschaft geworden ist, will Intendantin Stephanie Gräve mit dem…

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Eine Selbstbeschau im Sinne einer Selbstreflexion ist etwas Gutes, auf das Kunst- und Kulturgeschehen bezogen, ist die Selbstbeschau jedoch aus erklärbarem Grund auch negativ besetzt. Wenn der Blick hinaus in die Welt fehlt, wird es eigentümlich. Nehmen wir als Beispiel den Nestroy-Preis. Vergeben wird er seit gut 20 Jahren und, ja, der Untertitel lautet “Wiener Theaterpreis”. Finden Produktionen in den Bundesländer Berücksichtigung, dann sollte das somit als besondere Gnade verstanden werden. Ist es so? Der Auslober, der Wiener Bühnenverein, wird…

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